Hier erfahren Sie mehr über Importteile.
In heutiger Zeit geht's leider nicht ohne, seit das Simsonwerk nicht mehr besteht.
Allerdings hatte schon
mancher damit die vielfältigsten Probleme. Kunden und selbst viele Händler können sich nicht
erklären warum manche Teile bestimmte Fehlfunktionen haben. Ab und an
führt es zu Verzweiflung weil sich noch dazu keine Stelle findet die
fachkundig Auskunft geben kann. Mit fundierten Wissen zu Original und
Import, beides vergleichen und auswerten können nur die Wenigsten.
Vermeintlich gleiche Teile können verschieden hergestellt werden.
Zum Beispiel weil es mehrere Auftraggeber gibt bei verschiedenen Herstellern, heutzutage bis Fernost. Das alleine sorgt
schon für unübersichtliche Vielfalt mit entsprechend vielfältigen
Abweichungen vom Original. 1:1 Fertigung wie Original ist es
seltenst.
Aus unzähligen Anfragen ist diese Übersicht hier entstanden.Auspuff
Vieles davon stammt aus Ungarn und Fernost. Fast schon normal wenn der Chrom nicht über den Winter kommt. Etwas Streusalz genügt meißt.
So blüht der Chrom und trennt sich vom nicht verkupferten Untergrund. Mancher Chrom ist intensiv glänzend, anderer eher matt.
Bereits das lässt schon auf entsprechende Untergrundbehandlung
schließen, ist aber keine zuverlässige Garantie das der Untergrund
verkupfert ist. Das Innenleben ist bei manchen vom Original abweichend selbst wenn
der Auspuff als Original deklariert ist. Mal ohne Endkegel und dafür
ein Prallblech bewirkt eine Veränderung der Auspuffwirkung.
Selbst mit gelochten Endkegel wie Original ist noch keine Garantie für
saubere Funktion. Mitunter ist ein Spalt im Endkegel und starker Grat am
Kegelrohr vorhanden. Für Tuning werden auch geschlossene Endkegel mit
angesetzten Endrohr verwendet. Diese sitzen meißt ca. 8 cm weiter vorne
platziert als ein originaler gelochter Endkegel. Die Resonanzdrehzahl
liegt damit höher. Das Arbeitsvolumen vor dem Kegel ist zugleich
geringer während es bei gelochten Endkegel dahinter liegend bis zur
ersten Dämpferwandung mit wirkt. Dämpfer sind ebenfalls verschieden.
Manchmal mit engeren Rohren als Original was zu Drosselung führt. Auch
das Endrohr in der Endtüte ist selten so 4 Kant zusammen gepresst wie
original. Offen rund mit kürzeren Rohr ist es für Tuning erwünscht.
Einzelheiten zum jeweils konkreten Auspuff kann man vom
Händler erfahren. Hier geht's nur darum Unterschiede zu benennen. Schon
zu wissen das es solche Unterschiede gibt kann beim Kauf nützlich sein.
Kolben
bestehen meißt aus einer Aluminium-Silizium (AlSi) Legierung. Reines Alu
würde im Betrieb teigig werden und nicht ganz der Belastung standhalten.
Deshalb mischt man in bestimmten Verhältnissen Silizium hinzu wodurch grob
gesagt mehr Härte entsteht. Die AlSi Angabe wird bei Simson als K Wert angegeben
und verrät den Prozentanteil des Siliziumgehalts. Original ist es K20. Bei
Sonderkolben wie zB. für GS mit 45mm wurde auch K18 verwendet. Der Wert findet
sich beim Original innen im Kolben gusstechnisch abgebildet. Bei Importkolben
ist so eine Angabe kaum vorhanden. Dabei handelt es sich auch selten um eine K20
Legierung. Meißt ist der Anteil geringer. Abgesehen das es ein anderes
Dehnverhalten als Original erzeugt sind zusätzlich noch Detailmaße und innere
Gewichtsverteilung verschieden. Eine Gießform vom Original abgreifen und so
auch den K20 Abdruck zu haben ist einfach. Wenn dann auch K20 Material gegossen
wird passt es.
Kolben sind in aller Regel unten im Durchmesser dicker als oben, der
unterschiedlichen Dehnung wegen. Am Kolbenkopf ist mehr Material das zudem der
Hitze näher liegt. Es dehnt sich mehr als unten. Das die Führung und Kühlung
eines Kolbens über das Öl gegen die Zylinderlauffläche erfolgt wird hier nur
am Rande erwähnt. Öl hat mehrfache Wirkung gleichzeitig und ist letztlich auch
für gute Kompression verantwortlich. Mehr Öl um so besser in allen Punkten.
Höhere Hitzebeständigkeit des Öls (Flammpunkt) ist dann bei Tuning zusätzlich
gefragt. An dem Punkt welches Maß am Kolben wo erforderlich ist scheiden sich
die Geister. So gibt es zB.S70 Import Kolben (Almot, Polen) die oben gut 0,2 mm geringeren Durchmesser
als unten haben. Der typische Klapperkolben nach nur 1000 Km. Übrigens Ringe
können nicht klappern, es ist der Kolben. Kurz nach der Wende war dieses
problembehaftete Import
Kolbenmaß lange Zeit sehr verbreitet und hat auch mit beigetragen das kaum noch
teure Original gekauft wurden. Es bleibt die Frage warum jahrelang diese
Importkolben mit weit von Serie abweichenden Maß so gebaut wurden? Im
Simson Werk hat man spezielle Kolbenmaße für 50 und 70
ccm entwickelt. Ein Maß lautet oben im Durchmesser 0,08 mm kleiner als unten. Ob man im Ausland bei der Fertigung
auch Maße entwickelt hat oder nur geraten? Das Ergebnis jedenfalls hat manche
Käufer geärgert. Später hat man vereinzelt versucht Importkolben andere Maße zu
geben und ist damit beim anderen Extrem gelandet. Raus aus dem
Klapperproblem, hinein ins Klemmproblem. Dabei ist der obere Durchmesser
nur noch 0,04mm geringer als unten. Das Ergebnis kann man anhand der nun
auftretenden Klemmspuren besichtigen. Vorrangig die Ringzone am
Kolben klemmt. Meißt über 4 Ecken angedeutet was übrigens typisch
beim einfahren ist und auf die Zylindergeometrie zurück geht. 4 Ecken, 4
Zuganker. Ganz unten am Kolben findet man kaum eine Klemmspur. Der Kolben ist eben nur
oben im Durchmesser zu groß.
Ein Händler hat mehrere neue 60er Tuning Import Zylinder
verheizt und mich danach verzweifelt gefragt, woran das bloß liegt. Immer diese Klemmer binnen weniger
Minuten, dürfte doch nicht sein.
Der daraus folgende Ärger mit Kunden ist kein
Zuckerschlecken, führt ungewollt zum Kundenklinsch und Imageverlust und straft auch noch den Händler eine Lösung finden zu müssen die
eigentlich beim Hersteller gefunden werden sollte. Stress und Kosten wegen nicht
passender Kolbenmaße. Ersatzkolben bestellt, wieder das Problem. Er hat
verzweifelt eine Lösung gesucht und vermeintlich als gefunden geglaubt.
Das Einbauspiel verändert, also
Zylinder nach hohnen. Leider ist es die falsche Stelle überarbeiten. Damit neigt nur
der Kolben im unteren Bereich zum kippeln. Die 0,04 mm die der Kolben oben
zuviel Durchmesser hat an der Laufbuchse abzutragen kann nicht die Lösung
sein, bestenfalls eine Notlösung für kurzen Moment. Das Problem am Kern
gepackt führt zur Überarbeitung jedes einzelnen Kolbens im oberen Bereich.
Erst mal das ganze mit Maßen zu wissen und dann jedes mal der Aufwand Kolben
einzeln zu überarbeiten. Vor gut
10 Jahren hab ich das selbe Wissen auch anderen Tunern mitgeteilt da man auch
dort recht hilflos vor dem Kolbenproblem stand. Schaut man sich heute nach
andere Kolben um damit man die Überarbeitung jedes einzelnen Kolbens nicht mehr
machen müsste findet man inzwischen teurere 1 Ring Kolben. Es wird
viel gutes darüber berichtet, fast zu viel. Denn der ultimativ passende
Wunderkolben ist es leider nicht. Die Maßprobleme mit 2 Ringkolben aus Import
setzen sich beim 1 Ring Kolben leider fort. Als Pluspunkt hat er einen
Stahl Kolbenring. Zu Mitte bis Ende
der Laufzeit baut ein Ring jedoch auch zügig Kompression ab wie
sonstige 2 Ringe. Der
Kompressionsverlust macht sich dann besonders am Startverhalten und
Durchzug aus unteren Drehzahlen bemerkbar. Schleichend etwas weniger und
spürbarer je tiefer die Nutzdrehzahlen des Motors liegen.
Nicht umsonst setzt man 1 Ring Kolben für Motoren mit Nutzband um ca.
8000 U/min aufwärts ein. Je höher die Arbeitsdrehzahl liegt um so
weniger verbleibt Zeit zum Druck entweichen. Dabei ist kleinere
Ringdicke fast egal denn auch dieser hat einen Ringspalt der mit
steigender Kilometerlaufleistung wächst. L-Ringe sind auch Einzelringe. Sie nutzen
Formbedingt den
Kompressionsdruck zum abdichten gegen die Lauffläche und bedienen daher
auch tiefere Drehzahlen. Sie sind jedoch nicht am Simson Kolben zu
finden.
Warum haben die meißten Importkolben keine glatt gefrästen Flächen
für die Anlaufscheiben? Wahrscheinlich geht man einfach missachtend das
Risiko ein das sich Anlaufscheiben durchscheuern. Bei Simson wird die
Pleuelführung über Anlaufscheiben im Kolben erreicht. (Siehe Abschnitt
Kurbelwelle) Diese Anlaufflächen sind daher nicht einfach nur Optik.
Manche Scheiben scheuern so tief ein bis sie fast durch sind. Wenn
das bricht war's das für den Kurbeltrieb + Kolben. Ein Schaden davon
kommt nicht oft vor aber es ist auch nicht original. Vereinzelt werden
Importkolben auch mit glatten Anlaufflächen angeboten. Leider haben die
dann meißt wieder andere Maße die von Original abweichen.
Einbauspiele von Kolben sind oft missverstanden und nicht nur Importteile betreffend.
Dennoch hier einige Hinweise. Grob gesagt ist es
das Spiel zwischen größten Durchmesser am Kolben (unten) und der
Zylinderlauffläche.
Es gibt eine allgemeine Faustformel die sich wie
wunder mit Simsonmaßen deckt.
Jeweils vom Laufflächendurchmesser ausgehend ergeben:
0,1% = Einbauspiel Neuzustand
0,2% = eingefahren und Leistungsabgabe am höchsten
0,3% = Schrottgrenze bzw. Schliff fällig Damit es leichter nachzuvollziehen ist, hier ein Beispiel:
S51 mit Durchmesser Lauffläche 38 mm.
0,1% = 0,038 mm Einbauspiel
0,2% = 0,076mm eingefahren und Leistungsabgabe am höchsten
0,3% = 0,114 mm Schrottgrenze bzw. Schliff fällig
Simson rät bereits ab 0,1mm Abweichung zu Erneuerung.
Das Einbauspiel neu beträgt laut Formel 0,038mm. Bei einem
Zylinderdurchmesser 38,00 müsste demnach ein Kolben mit 37,962 mm
verwendet werden. Die Werte kann man um eine Kommastelle auf- oder
abrunden. Wählt man kleineres Spiel ist damit größere Vorsicht beim
einfahren geboten. Beachten sollte man das neu (und nachgeschliffen)
nicht immer genau 38,00 Durchmesser getroffen werden. Es können auch
mal 38,01 sein. Dafür gibt es beim original oben auf dem Zylinder eine
eingestanzte Zahl. Bei Importzylinder fehlt sie und damit auch jeder
Hinweis welches Maß tatsächlich im Zylinder vorhanden ist. (Siehe
Abschnitt Zylinder) Wenigstens gibt es passende Kolben auch aus Import
in den Maßen 37,96 bis 37,98 gestuft. Betrachtet man die Formeln genauer erkennt man das ein festes
Spiel Maß wie 0,04 nicht für alle Kolbengrößen gilt.
Die erforderlichen Maße wachsen jeweils passend zum Kolbendurchmesser.
Mehr Material erzeugt auch mehr Dehnung.
Beispiel S70 mit Durchmesser Lauffläche 45 mm.
0,1% = 0,045 mm Einbauspiel
0,2% = 0,09 mm eingefahren und Leistungsabgabe am höchsten
0,3% = 0,135 mm Schrottgrenze bzw. Schliff fällig
Wird ein Neuschliff zu lange hinaus gezögert kann es böses erwachen
geben. Durch die Materialabnutzung wird das Spiel stetig größer. Damit
neigt der Kolben zum kippeln, besonders über die Umkehrpunkte UT-OT. Die
Kolbenkanten formen sich dementsprechend (mit Glanzstellen) was noch stärker zum kippeln
führt. Gleichzeitig werden damit Auslasszone und Einlasszone an der
Lauffläche ausgeschlagen. Es bilden sich Dellen die dazu führen
können das das nächste Schleifmaß übersprungen werden muss, also
übernächstes erst wieder eine zylindrische Lauffläche erreicht.
Direkt beim ausschleifen erkennt man diese Dellen und kann leider erst
dabei fest stellen wie tief sie sind und demzufolge welches Schleifmaß
das nächste wird. Es kann auch passieren das ein Kolben so stark
kippelt bis er oder die Buchse bricht. Abgesehen davon bremsen kippelnde
Kolben deutlich die Drehwilligkeit und behindern den Kompressionsaufbau
und somit die Leistungsabgabe. Den optimalen Zeitpunkt für einen
Neuschliff erwischen ist besonders für Laien eine ziemliche Kunst.
Spätestens wenn der Kolben permanent rasselt oder der Kickstarter
mit einem Finger durch bewegt werden kann (mangelnde Kompression) ist es
dann soweit.
Kurbelwelle + Nadellager + Anlaufscheiben
Primärtrieb + Kupplung
Schaltung + Getriebe
Nachbau Getriebe stammen meißt aus Taiwan. Wie man es vermuten
könnte ist tatsächlich die Güte eine andere als Original.
Die Härte ist geringer. Mit ganz einfachen Mitteln kann man selbst
prüfen wie es darum beschaffen ist. Schlägt man mit der Hammerspitze
auf ein Zahnrad hinterlässt mancher Nachbau einen Abdruck. Bei
Schaltwalzen speziell für 5 Gang ist die Kurvenbahn für den Rasthebel
1-2 mm versetzt. Ein Original daneben halten erkennt man es. Nicht
verwunderlich wenn so ein Getriebe beim montieren sauber schaltet, dann
aber beim fahren kein Gang richtig trifft. Beim fahren schaltet man
kraftvoller und schneller, eben mit dem Fuß. Eine versetzte Kurvenbahn
macht sich erst hier deutlich bemerkbar. Leider muss auch der
Spielausgleich der Schaltwalze mit einer dickeren Distanzscheibe
erfolgen. Original war 1,0 mm vorgesehen was für Nachbau nicht reicht.
Überarbeitete Ziehkeile oder kräftigere Rastung ist nur an der
falschen Stelle für Abhilfe sorgen. Ziehkeile gibt es auch in
verstärkter Ausführung. Dabei ist der Keil etwas breiter und das
Material edler, nicht mehr das einfache 16MnCr5. Mitunter können diese
Ziehkeile dafür sorgen das ein Getriebe im Leergang beim Moped schieben
rattert. Eine Kugelreihe ist dabei nahe am Eingriff. Beim fahren ist es
jedoch ohne Nachteil. Neigt ein Getriebe zum springen der Gänge leidet
darunter der Ziehkeil. Er bekommt von den Kugeln ordentliche Stöße die
Kerben in den Ziehkeil einarbeiten. Übrigens ein festes Einstellmaß
über die Abtriebswelle gemessen kann man nicht geben denn zu
verschieden sind die einzelnen Maßabweichungen der verschiedenen
Nachbauten.
Lager + Dichtungen
Vergaser
Generell gilt, das ein guter Vergaser keine Abstimmprozedur braucht.
Auch keine verschiedenen Düsen zum
abstimmen.
Als Faustformel kann man sich an folgendes halten. Vergaserdurchmesser x 5 ergibt Hauptdüsengröße.
Für Membraner zusätzlich ca. 5 % kleiner.
In Sachen Nachbau gibt es zig verschiedenes. Nicht nur BVF Vergaser
gibt es im Nachbau. Auch Mikuni oder zB. Keihin als Koso usw. Allgemein
erreichen Nachbauten nicht ganz die Qualität der Originale mit zB.
klapprige Gasschieber usw.
Um bei Simson und somit bei BVF zu bleiben, da gibt es im wesentlichen 2
grundlegend verschiedene Nachbauten. Während eine Ausführung egal wie
nicht funktionieren will kann die andere mit Änderung der Bestückung
auf Vordermann gebracht werden. Dann ist diese in der Lage vollwertig
das Original zu ersetzen. Wenn der Vergaser damit sein spucken im
Standgas abgelegt hat (Verbindungsgummi offen) dann wird die Einstellung
zum absolut sicheren Erfolg. Die einzelnen Teile im Vergaser sind auch
Nachbau. Gerade die sollte man sorgfältig betrachten da sie entscheiden
ob ein Vergaser gut oder schlecht einstellbar ist. Eine Nadeldüse mit
winziger Abweichung in der Herstellung kann schon zum Problem werden.
Wenn man das nicht weiß urteilt man zu schnell über den ganzen
Vergaser. Nadeln und Schwimmerventile sind leider auch nicht immer am
Sollzustand. Hat man erst mal alle Teile unter den verschiedenen
Herstellern verglichen und getestet lässt sich mit dem Wissen absolut
zielsicher die optimale Einstellung finden ohne weitere Experimente. Ab
da wird jeder Motor recht zielsicher einstellbar. Absichtlich wird an
dieser Stelle nicht benannt welche Nachbauteile von welchen Hersteller
zusammen auf Anhieb richtig funktionieren. Dazu kann man ja direkt
anfragen. Dem einen oder anderen wird jedoch schon der Hinweis helfen,
das selbst neue Teile nicht automatisch funktionieren weil sie eben vom
Original abweichen. Neu wie sie sind sieht man es ihnen nur nicht an.
Zündung
Zylinder
Nachbauten haben mit Original wenig Gemeinsamkeiten. Das klingt
zunächst seltsam denn immerhin sehen alle Zylinder gleich aus. Schaut
man sich das genauer an, erkennt man jedoch Unterschiede.
Nr.1 Beim Original war die Buchse eingesetzt. Bei Import ist sie fest
eingegossen. Zylinder erwärmen und Buchse heraus nehmen ist damit nicht
mehr möglich.
Nr.2 findet sich im Material. Wenn man Original und Nachbau
bearbeitet bemerkt man, das Nachbauten herrlich einfach zu fräsen sind.
Im Alu weniger Siliziumanteil als beim Original. Das Buchsenmaterial ist
auch etwas anders. In der Herstellung scheinen Nachbauten ordentlich
Hitze zu erhalten, eingegossen eben.
Nr.3 findet sich in den Kanälen.
Kaum ein einziger Nachbau hat die Kanalmaße bzw. Steuerwinkel wie
Original. Damit liegt auch seltenst die Originalleistung an. ZB. S51
Original Steuerwinkel 135°, 112°, 145°. Ein wahllos heraus
gegriffener Import hat 135,5°, 114°, 152,5°. Mit solchen oder
ähnlich gekippten Steuerwinkel Verhältnissen zieht es
sich durch alle Nachbauten.
Im Prinzip ist es schon Tuning, auch wenns ungewollt ist. Ganz
sicher jedoch werden mit veränderten Kanaldaten auch andere Motordaten
erreicht. Dabei muss es nicht immer besser sein.
Je nach Hersteller gibt es unter den Nachbauten
Qualitätsunterschiede. Manche werden in nicht EU bzw. Taiwan gefertigt.
Andere stammen aus der EU wie zB. Almot Polen. Man kann darüber
philosofieren wer seinen Nachbau besser hinbekommt. Fest steht, das
keiner Original ebenbürdig ist. Besonders bei Nicht EU Nachbau ist der
Einlass enger das es nicht mal für den Querschnitt eines seriellen 16
mm Vergasers reicht. Je tiefer im Kanal um so enger wird er was
eigentlich stetige Erweiterung sein sollte. Vergaser die engste Stelle? Meißt bei Almot ist die
Wandung zum Krümmeranschluss dünner als Original. Es kann weg brechen
wenn noch dazu die Motorlagerung Spiel zulässt.
Dafür ist der Einlass meißt schon weiter als serielle 16 mm. Bei Nicht EU Nachbau ist
die Wandung zum Krümmeranschluss oft mehr als ausreichend dick. Dafür
ist das Krümmergewinde oft grob geschnitten und nicht
selten von der Zentralachse abweichend. Bis 2° Neigungsunterschied
geben dem Krümmer eine etwas andere Höhenposition die zum Glück nicht
praktisch dramatisch ist.
Ob nun Nicht Eu oder Almot. Kanalübergänge von Alu zu Gussbuchse
sind selten passend. Mitunter steht ein Spülkanal über 1 mm höher als
der andere wobei sie eigentlich symmetrisch sein sollten, dem
Ladungswechsel zuliebe. Den Kolben in
OT ausgerichtet ergibt sich einmal 0,6 mm bis Buchsenkante, bei einem
anderen 1,2 mm. Wie dabei die Steuerwinkel und die Kompression stimmen
sollen ist fraglich. Dazu noch einen Zylinderkopf der innen für sich
noch 1mm Absatz hat und schon steht der Kolben in OT bis zu 2mm unter
der Quetschkante. Die ist dann damit leider wirkungslos. Die Übergänge
der Spülkanäle vom Motorgehäuse in den Zylinder sind bei Import
weniger passend als beim Original. Nur gut das es eine Stelle ist, deren
Auswirkung nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Eine Abweichung für
sich ist im einzelnen nicht sonderlich spürbar. Schade nur wenn sich
mehrere Abweichungen ungünstig zusammen tun und davon gibt es viele.
Bleibt also nichts übrig, als jeden Zylinder einzeln zu überprüfen.
Direkt beim jeweiligen Hersteller scheint man sich dazu weniger bemüht
während die Produktion rollt. Das Problem scheinen nicht Kontrollen zu
sein denn schon beim Maß + Material festlegen beginnen die Abweichungen.
Vertretbare Abweichungen werden überall anders verstanden. Die Distanz
zwischen unterer Kühlrippe und Motorgehäuse ist Original beim S51
größer als beim S70. Nachbauten halten sich nicht mehr so an diese
klare Unterscheidung. Die Distanzen sind meißt größer wobei manche
S70 Zylinder schon die Distanz eines originalen S51 Zylinders haben.
Technisch ist es vernachlässigbar. Übrigens, original gab es keine 60
ccm. Sie sind Tuning bzw. zählen eigentlich schon in die nächst
höhere Hubraumklasse.
Zuganker + Muttern
Bei Zugankern lässt sich sagen das es einfach keine mehr wie
original gibt. Zu früheren Zeiten waren diese mal gehärtet und so
halten diese über Generationen. Bei Importteilen darf man schon froh
sein wenn diese gerollte Gewinde haben. Gerollt ist stabiler als
geschnitten. Zumindest unempfindlicher gegen abreißen. Leider bei
Import meißt
aus zu weichen Material und daher anfällig. Für Kopfmuttern ist ein
Anzugsmoment mit (nur) 10 Nm vorgegeben. Selbst das halten manche Import
Zuganker nicht aus. Behelfsmäßig kann man Langmuttern nutzen. Mehr
Gewindegänge für bessere Haltbarkeit. Dabei besteht jedoch die enorme
Gefahr das die Zuganker bündig am Gehäuse abreißen. Bei Importware
wurde auch schon links Gewinde gesichtet. Fehlproduktion aller Art ist
möglich die immer wieder zwischendurch auftreten kann. Es scheint kein
Hersteller zu prüfen. Ganze Packungen wurden schon neu direkt in den
Schrott geworfen, nicht zu gebrauchen. Empfehlenswert ist es, sich in
anderen Bereichen außerhalb Simson umzusehen. Dort vermag man noch
gehärtete Zuganker anzufertigen. Nicht wesentlich teurer aber
wesentlich haltbarer. Böse Überraschungen lassen sich so vermeiden.
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